Siggi Lachmann und Udo Gaedeke stellen neues Buch zu Physiothorik vor

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In unserem Interview mit den beiden Autoren Siggi Lachmann und Udo Gaedeke sprechen wir über die Inhalte Ihres neuen Buchs „Erkenne Dein Gegenüber“, das gerade im Gmeiner Verlag als Ratgeber erschienen ist (128 Seiten, Hardcover, ISBN 9783839229477). Eine Audiobook Version ist in Vorbereitung.

Euer neues Buch „Erkenne Dein Gegenüber“ liest sich faszinierend. Der Untertitel lautet „Die sechs Typen der Physiothorik“; was genau versteht Ihr unter dem von Euch geprägten Begriff Physiothorik?
Physiothorik ist eine neue Wortschöpfung, die die Psycho-Physiognomie mit der Rhetorik verbindet. In der Psycho-Physiognomie geht es darum, den Charakter eines Menschen, seine Wesensmerkmale, seine Talente und Vorlieben treffsicher am Gesicht abzulesen. Die Physiothorik zeigt dann auf, wie mit dem Gegenüber “artgerecht” kommuniziert werden kann. Eben so, dass sich der Gesprächspartner wohl fühlt und in seiner eigenen Sprache dort abgeholt wird, wo er zuhause ist.

Wie kam es denn zu der Begriffsfindung, die sich schon 2019 im Netz findet?
Wir haben uns bei einem Psycho-Physiognomie-Seminar von Udo kennengelernt und sehr schnell danach die Idee der Kombination mit der Rhetorik als faszinierend empfunden. Daraufhin haben wir unsere beiden Expertisen (Udo Gaedeke – Psycho-Physiognomie und Siegfried Lachmann – Rhetorik) verknüpft und den Begriff Physiothorik neu kreiert.

Was ist der Unterschied zwischen Körpersprache und Physiothorik?
In der Körpersprache beobachtet man die Haltung, die Mimik oder die Bewegung eines Menschen. In der Physiothorik geht es um Formen, Strukturen, Farbtöne und Falten im Gesicht, die sich aufgrund der Persönlichkeit über die Zeit gebildet haben. Es würde ein Foto zur Betrachtung schon viel Auskunft geben, ganz unabhängig von dem Ausdruck des Körpers über Mimik oder Haltung.

In einer Buchbesprechung zu Eurem Buch haben wir zum Buch gelesen, dass es ein Kommunikationsverbesserer sei und Ihr sprecht selbst von gelingender Kommunikation. Könnt Ihr da mal ein Beispiel nennen, um den Nutzen, der in der Physiothorik steckt, klarer werden zu lassen.
Stellen Sie sich vor, Sie gehen in einen Fachmarkt um ein technisches Gerät zu kaufen. Am Ende des Ganges mit den von Ihnen gesuchten Geräten hat ein Verkäufer ein kleines Pult mit einem PC, in der er sehr vertieft ist. Sie stellen sich in seine Nähe und es ist offensichtlich, dass Sie auf ihn warten. Nach 2 Minuten, die Ihnen unendlich lange erscheinen wendet der junge Mann sich Ihnen zu und fragt, wie er helfen könne. Sie sagen ihm, dass Sie Gerät xyz benötigen und bereits Geräte A und B aus diesem Gang in die engere Wahl kämen. Sie hätten nur noch eine Frage und stellen diese.
Nun ist dieser junge Verkäufer noch recht unerfahren. Er wurde in alle Produktdetails eingearbeitet, kennt alle Geräte in seinem Bereich bestens und hat von einem “alten Hasen” aus dem Geschäft eine sehr schnittige Verkaufspräsentation gelernt, ja förmlich auswendig gelernt. Diese spult er nun ab. Sehr gekonnt, fast professionell anmutend.
Doch in unserem fiktiven Beispiel sind Sie (nach der Physiothorik) ein rotes Naturell. Sie hätten einen kurzen knappen Überblick benötigt, mit vielleicht drei Punkten und der anschliessenden Aufforderung, dem Verkäufer mitzuteilen, zu welchem der Punkte mehr Detailinfos erwünscht wären. Der junge Mann hat völlig an Ihnen vorbei doziert, Sie (in diesem fiktiven Beispiel) genervt und gelangweilt.
Wäre dieser Verkäufer in der Physiothorik geschult, hätte er sofort erkannt, wie er Sie hätte ansprechen sollen. Sie hätten sich automatisch wohl gefühlt, ja, gesehen und verstanden gefühlt und wahrscheinlich auch dort das gesuchte Gerät erworben.
Am Gesicht kann u.a. abgelesen werden, ob auf technische Details eingegangen werden soll, ob Nachhaltigkeit, Ökonomie, gutes Design von Wichtigkeit sind oder ob es alle Fair[1]Trade-Richtlinien erfüllt – oder jegliche Kombination. Wer sich dann auf seinen potentiellen Kunden richtig einstellen kann, der sorgt für eine Win-win-Situation.

Wen sprecht Ihr denn an und von welchen Lesergruppen habt Ihr schon Feedback?
Zielgruppe sind alle, die viel mit Menschen zu tun haben: z.B. Personaler, Führungskräfte, Lehrer, Ärzte, Heilpraktiker, Vertriebler, Berater und viele weitere mehr. Das Buch ist gerade erst herausgekommen, so dass wir noch kein Feedback bekommen haben. In unseren beiden Teilbereichen (Udo Gaedeke – Psycho-Physiognomie und Siegfried Lachmann – Rhetorik) liegen uns viele positive Feedbacks vor.

Wie kann man denn das Anwenden der Farbskala für sich besser lernen?
In unserem Buch haben wir ein Kapitel mit einer schnellen Übersicht und eines mit ausführlicher Beschreibung der 6 Typen und den dazugehörigen Farben bereit gestellt. Zunächst ist das Arbeiten mit der ausführlichen Variante sinnvoll bis sich die wesentlichen Punkte eingeprägt haben und dann kann mit der Kurzform gelegentlich das Gelernte aufgefrischt werden. Die Farben sind dabei eine große Hilfe!

Bietet Ihr zur Physiothronik auch Trainings an?
Ja. Wir bieten Inhouse-Schulungen ganz individuell für Firmen an und auch offene Kurse, zu denen sich Einzelpersonen anmelden können. Im Seminar können wir aufgrund unserer über 20 jährigen Erfahrung als Trainer die Teilnehmer zu einem Durchbruch in angewandter Menschenkenntnis verhelfen und eine harmonische und respektvolle Kommunikation zwischen den Menschen fördern.

Wann erscheint denn das Audiobook?
Das Audiobook wird von Siegfried Lachmann gesprochen, der ein professioneller Sprecher für Hörbücher ist. Seine tiefe, klangvolle Stimme berührt und begeistert zugleich. Wir rechnen mit der Fertigstellung des Hörbuches Ende Oktober bis Anfang November 2022.