Trotz höherer Preise für Kraftstoff: Das Auto fährt dem Flugzeug davon

Einer der wichtigsten Reise-Trends der vergangenen Jahre scheint aktuell gestoppt: Für ihren Urlaub setzen Reisende erstmals wieder verstärkt auf das Auto und die Bahn.

Einer der wichtigsten Reise-Trends der vergangenen Jahre scheint aktuell gestoppt: Für ihren Urlaub setzen Reisende erstmals wieder verstärkt auf das Auto und die Bahn. Zu diesem Ergebnis kommt der im Auftrag der ITB Berlin vom Beratungsunternehmen IPK International produzierte ITB World Travel Trends Report. Nach der jetzt veröffentlichten Trendanalyse wurden in Europa bei der Urlaubsreise Pkw und Bahn in der Zeit zwischen Januar und August 2008 zu fünf Prozent mehr genutzt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Flugreisen haben mit rund 50 Prozent aller Reisen noch immer einen größeren Anteil als Pkw-Reisen mit rund 30 Prozent. „Der seit Jahren anhaltende Trend, verstärkt mit dem Flugzeug in den Urlaub zu fliegen, ist in diesem Jahr erstmals zum Erliegen gekommen“, sagte Dr. Martin Buck, Direktor des KompetenzCenters Travel & Logistics der Messe Berlin. „Diese Entwicklung ist insbesondere angesichts der Rekordpreise für Benzin im Sommer sehr bemerkenswert“, fügte der Direktor der weltweit wichtigsten Messe für die globale Reiseindustrie hinzu.

Gemäß dem ITB World Travel Trends Report ist der Einbruch der Zuwachsraten bei Flugreisen vor allem auf die Preissteigerungen zurückzuführen, die die Fluggesellschaften aufgrund der gestiegenen Kerosinpreise durch zusätzliche Abgaben durchgesetzt haben. „Allerdings haben auch die Unannehmlichkeiten für Passagiere durch erhöhte Sicherheitsvorkehrungen und Verspätungen im Luftverkehr dazu beigetragen, dass der Flugverkehr in der letzten Zeit an Attraktivität eingebüßt hat“, sagte Martin Buck.

Der ITB World Travel Trends Report zeigt, dass Billigfluggesellschaften im Jahre 2008 erstmals Anteile an ihrem Marktsegment abgeben mussten. Der Anteil der Reisen, bei denen Urlauber Low Cost Airlines nutzten, ging gegenüber dem Vorjahr um ein Prozent zurück. Dagegen stieg der Anteil der so genannten traditionellen Airlines um drei Prozent. Gegenwärtig werden 36 Prozent aller Flugreisen in den untersuchten Märkten von Low Cost Gesellschaften angeboten. 64 Prozent aller Flüge werden von den traditionellen Gesellschaften bestritten. Martin Buck: „Es ist jedoch deutlich zu beobachten, dass die Grenzen zwischen den Low Cost Airlines und den Fluggesellschaften nach dem herkömmlichen Geschäftsmodell immer stärker verschwimmen.“

Der Anstieg der Bahnreisen in Europa in den ersten acht Monaten des Jahres 2008 ist ebenfalls auf Preissteigerungen bei Flugreisen, Verspätungen und Unannehmlichkeiten für Flugreisende an Airports zurückzuführen. Darüber hinaus haben die modernen Hochgeschwindigkeitszüge in Europa und eine neu erwachte Anziehungskraft der Bahn dazu beigetragen, dem Flugverkehr Marktanteile abzunehmen. Die Attraktivität der verschiedenen Verkehrsmittel wird auch auf dem ITB Berlin Kongress 2009 untersucht. Im Rahmen des ITB Future Day am Mittwoch, 11. März, diskutieren führende Vertreter der verschiedenen Verkehrsmittel, wie der Ölpreis die Freizeitmobilität beeinflusst. Aktuelle Forecast-Daten zum weltweiten Reiseverhalten werden anschließend bei der „ITB Berlin Message“ von Rolf Freitag, IPK International, vorgestellt.

www.itb-berlin.de

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