Ryanair-Verhalten stößt in der Branche auf Unverständnis

Das einseitige Stornieren von Tickets der Fluggesellschaft Ryanair, die nicht über deren Website gebucht worden sind, stößt in der Reisebranche auf Unverständnis: „Wir bedauern die Entscheidung der Fluggesellschaft, dass sie Buchungen nur noch direkt über ihre eigene Website und ihr Call-Center sowie ausschließlich von Endkunden zulässt“, kritisiert Klaus Laepple, Präsident des Deutsch

Das einseitige Stornieren von Tickets der Fluggesellschaft Ryanair, die nicht über deren Website gebucht worden sind, stößt in der Reisebranche auf Unverständnis: „Wir bedauern die Entscheidung der Fluggesellschaft, dass sie Buchungen nur noch direkt über ihre eigene Website und ihr Call-Center sowie ausschließlich von Endkunden zulässt“, kritisiert Klaus Laepple, Präsident des Deutschen ReiseVerbands (DRV). Der Branchenverband nehme zur Kenntnis, dass die EU-Kommission diese Vorgehensweise der irischen Low-Cost-Airline billige, da Ryanair vermutlich keine marktbeherrschende Stellung in Europa inne habe.

„Gleichzeitig entzieht sich Ryanair mit diesem Schritt einem direkten Preisvergleich beim Kunden“, bemängelt Laepple. Dadurch, dass Ryanair anderen Online-Anbietern oder Reisebüros verbiete, in Preisvergleichssystemen gelistet und buchbar zu sein, habe der Kunde keinen direkten Vergleich mehr von Ryanair mit anderen Fluggesellschaften und deren Preisen.

Die Fluggesellschaft will gegen das so genannte “Screenscraping” vorgehen – eine Methode, mit dem Online-Ticketanbieter die Buchungsdaten der Fluggesellschaft erfassen und in ihr System übernehmen. Kunden könnten laut Ryanair ihre Flugtickets im Internet ab sofort nur noch über die eigene Website der Airline oder über die Ryanair-Hotline buchen. Flugscheine, die über die Websites anderer Anbieter (etwa eines Reisebüros) gebucht wurden, seien nicht mehr gültig. Dort bereits erworbene Tickets würden storniert und das Geld zurückgezahlt. „Es ist schon erstaunlich, dass dies gerade jetzt in Anbetracht der wirtschaftlich schwierigen Situation der Airlinebranche passiert“, so Laepple.

„Aus Verbrauchersicht ist dieses Vorgehen eindeutig ein Nachteil, da somit auch die Aufklärung des Kunden im Reisebüro über seine Passagierrechte entfällt“, schildert Laepple die negative Folge dieses Vorgehens von Ryanair. Der Verband verstehe daher auch die Äußerung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen nicht, wonach dieses neue Verfahren von Ryanair etwaige Zuschläge der Fluggesellschaft für den Kunden transparenter machen würde. „Der Kunde hat vielmehr weniger Vergleichsmöglichkeiten, so dass ein Marktüberblick nicht mehr gegeben ist und es mitnichten transparenter wird“, kritisiert Laepple die verbraucherunfreundliche Entwicklung.

Quelle: DRV

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