Reiselust der Bundesbürger verhalten

Reiselust der Bundesbürger verhalten

Mit dem Beginn der kalten Jahreszeit stehen bei Urlaubern vor allem Ziele in wärmeren Gefilden hoch im Kurs. Anfang November 2021 fängt für die Reisewirtschaft die Wintersaison an und es zeigt sich, dass die Reiselust der Bundesbürger besonders für Badeziele auf der Fernstrecke zunimmt. Der Deutsche Reiseverband (DRV) vermeldet basierend auf Auswertungen der Analysten von Travel Data + Analytics (TDA), dass die Vorausbuchungen für Winterurlaube seit September 2021 moderat anziehen.

Die Top-Reiseziele zwischen November und April (Buchungsstand Ende September) sind:
• Kanaren
• Malediven
• Ägypten
• Dominikanische Republik
• Vereinigte Arabische Emirate (VAE)
• Türkei

Die Kanaren vereinen dabei rund ein Drittel des gesamten Umsatzes bei den pauschal- oder in Bausteinen organisierten Veranstalterreisen. Die Malediven und die Dominikanische Republik haben das Vor-Corona-Niveau schon fast erreicht. Ägypten ist trotz der Einstufung als Hochrisikogebiet schon gut gebucht, ist allerdings von alter Größe bei dem Umsatzvolumen noch weit entfernt (minus 53 Prozent im Vergleich zum Winter 19/20). Andere klassische Winterreiseziele wie Thailand, die USA (insbesondere Florida), Mauritius, Kuba, die Seychellen oder in Afrika Kenia, Tansania und Südafrika weisen zum aktuellen Buchungsstand Ende September verglichen mit ihren Vor-Corona-Niveaus kumuliert ebenfalls noch hohe Rückstände auf.

Da weiterhin sehr kurzfristig gebucht wird, zeigt die anstehende Wintersaison 2021/22 zum Buchungsstand Ende September 2021 insgesamt noch einen hohen Rückstand von minus 50 Prozent im Vergleich zum Winter 2019/20. Nach wie vor sind zahlreiche Reiseländer besonders auf der Fernstrecke noch gar nicht oder nur mit starken Einschränkungen zu bereisen – beispielsweise Australien, Neuseeland und Indonesien.

Einige Fernreiseziele bereiten sich allerdings darauf vor, in Kürze wieder Urlauber aus Deutschland zu empfangen. Dies zeigt sich auch im Buchungsaufkommen. Als die USA ihre Öffnung für Touristen ab November 2021 ankündigten, sind die Buchungen bereits in der Woche darauf angestiegen und erreichten zwei Drittel dessen, was vor der Pandemie für die USA eingebucht werden konnte. Eine ansteigende Buchungskurve lässt sich aktuell auch für Thailand beobachten. Insgesamt sind im September 2021 die Reisebuchungen für Winterurlaube angestiegen. Beide Effekte – die derzeit relativ gute Nachfrage und die Öffnung weiterer Fernreiseziele – geben zu vorsichtigem Optimismus Anlass.

„Es zeigt sich auch für den Winter, dass die Menschen verreisen wollen und die Möglichkeit ergreifen, wenn sich die Chance dazu bietet. Die Lust am Verreisen ist zweifelsohne da: Sobald ein beliebtes Urlaubsziel wieder bereist werden kann, steigen auch die Buchungen an. Allerdings besteht nach wie vor Unsicherheit durch sich zum Teil schnell ändernde Einreisebestimmungen. Aktuell gibt es noch immer keine wirkliche Planungssicherheit – weder für die Urlauber noch für die Reisewirtschaft“, verdeutlicht DRV-Präsident Norbert Fiebig. „Wir werden wohl noch eine wenig auf Sicht fahren müssen.“

Die Prognose für das gesamte Touristikjahr 2021/22

Der Blick auf das gesamte nächste Touristikjahr 2021/22 (1. November 2021 bis 31. Oktober 2022) fällt verhalten optimistisch aus. Zwar steigen nach Angaben der Anbieter auch die Buchungen für Kreuzfahrten wieder sichtlich an und die Branche erwartet, dass Reisewillige generell ihren aufgrund der Pandemie aufgeschobenen oder ausgefallenen Urlaub im nächsten Jahr nachholen werden, dennoch wird die vollständige Erholung nach Einschätzung von Fiebig noch dauern: „Wir stellen uns auf ein weiteres schwieriges Jahr ein. Eine Belebung erwarten wir erst ab dem zweiten Quartal. Ein Umsatzniveau annähernd wie vor der Pandemie wird sich wohl frühestens 2023 einstellen.“ Ersichtlich sei, dass die Menschen wieder reisen wollen, die Reisesehnsucht ist vorhanden. Auch zeigten viele Indikatoren in der Wirtschaft eine positive Tendenz – so steigen laut GfK-Marktforscher Wirtschafts-, Verbraucher- und Konsumklimaindex. „Aber sowohl die Entwicklung der Pandemie als auch politische Entscheidungen wie etwa Quarantäneregelungen beeinflussen das Buchungsverhalten maßgeblich“, so DRV-Präsident Fiebig.
Quelle: DRV Deutscher ReiseVerband e.V. / Bild: Pixabay

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