Reisebranche beruhigt: Lage in Tansania normalisiert sich – Besucherzahlen steigen

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Mehrere westliche Staaten – darunter die USA und Deutschland – haben in den vergangenen Wochen Reisewarnungen für Tansania ausgesprochen. Als Gründe nennen sie politische Unruhen, Terrorismusbedenken sowie Menschenrechtsfragen, insbesondere im Hinblick auf LGBTQ-Reisende. Trotz dieser Warnungen verzeichnen Tourismusunternehmen jedoch wachsende Besucherzahlen, und tansanische Behörden betonen, dass das Land für Urlauber sicher sei.

Unruhen in Dar es Salaam abgeklungen

Ende Oktober war es in der Wirtschaftsmetropole Dar es Salaam zu gewaltsamen Protesten gekommen, ausgelöst durch Vorwürfe mutmaßlicher Wahlunregelmäßigkeiten. Die Demonstrationen führten zeitweise zu erheblichen Störungen des öffentlichen Lebens. Nach Angaben lokaler Behörden und Branchenvertreter hat sich die Lage inzwischen vollständig beruhigt.

Der eTurboNews-Korrespondent Apolinary Tiaro berichtete aus Dar es Salaam, er habe weder in den Märkten noch in den Hotels Anzeichen ungewöhnlicher Aktivitäten wahrgenommen. Touristische Gebiete seien jederzeit ruhig geblieben und Reisende erlebten „eine unbeschwerte Zeit“.

Tourismusbranche: „Betrieb läuft normal“

Sowohl große Reiseanbieter wie TUI in Deutschland und Großbritannien als auch Airlines wie Qatar Airways melden steigende Buchungszahlen für Tansania.

Auch der Verband der Tansanischen Reiseveranstalter (TATO), der über 450 Unternehmen vertritt, bekräftigt, dass bislang kein einziger Fall bekannt sei, in dem Touristen gezielt bedroht wurden.

„Wir sind überzeugt, dass Tansania sicher ist. Es gibt keine Hinweise auf Sicherheitslücken“, sagte TATO-Vorsitzender Wilbard Chambulo. „Wir sind täglich vor Ort und wissen am besten, wie die Realität aussieht.“

Die Nationalparkbehörde TANAPA bestätigt, dass Safaritouren und touristische Dienstleistungen ohne Einschränkungen stattfinden.

Besucherzahlen steigen weiter

Nach Angaben der Nationalparks verzeichnete Tansania in den ersten beiden Novemberwochen 2025 insgesamt 48.116 internationale Ankünfte – trotz der Unruhen, die Ende Oktober zu Sachschäden an der öffentlichen Infrastruktur geführt hatten. Weder Hotels noch touristische Einrichtungen seien Ziel der Ausschreitungen gewesen.

Tansania ist das einzige afrikanische Land mit einer eigenen Regierungsbehörde, die ausschließlich für den Schutz von Reisenden zuständig ist: der Tourism Sector Safety and Protection (TTSSP).

Behörden und Tourismusverbände geben Entwarnung

Der Vorsitzende des African Tourism Board, Cuthbert Ncube, sprach sich erneut für Reisen nach Tansania aus. Proteste gebe es in Hauptstädten weltweit, sagte er, das sei kein Grund zur Sorge für Urlauber.

Auch internationale Vertreter der Organisation – unter anderem in New York und Berlin – unterstützen diese Einschätzung.

Ein leitender TTSSP-Beamter erklärte, die Behörde erhalte derzeit zahlreiche Anfragen potenzieller Besucher. Gleichzeitig versichere man, dass Tansania „immer ein sicheres Reiseziel“ gewesen sei. Eine neue TTSSP-Erklärung hebt „proaktive Maßnahmen, strenge Sicherheitsprotokolle und kontinuierliche Überwachung“ hervor.

„Wir laden die Welt ein, Tansanias Schätze – von der Serengeti über den Kilimandscharo bis zu den Stränden Sansibars – mit voller Gelassenheit zu erleben“, heißt es in dem Statement.

Tansania bleibt begehrtes Reiseziel

Trotz politischer Spannungen ist der Reiz des ostafrikanischen Landes für Besucher offenbar ungebrochen. „Die meisten Touristen würden gar nicht bemerken, dass es Unruhen gab – weil es sie schlicht nicht gibt“, erklärte ein Tourismusvertreter.