
Angesichts stark gestiegener Kerosinpreise – die sich seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs mehr als verdoppelt haben – und zusätzlicher Belastungen durch Arbeitskämpfe zieht die Lufthansa Group Teile ihrer Unternehmensstrategie vor. Ein erstes Maßnahmenpaket sieht durchgreifende Flotten- und Kapazitätsanpassungen vor.
Bereits ab dem 18. April 2026 wird der Flugbetrieb von Lufthansa CityLine eingestellt: 27 Canadair CRJ-Jets gehen endgültig außer Dienst. Diese Flugzeuge gelten als technisch überaltert und kostenintensiv. Als weiterer Schritt folgt mit Ablauf des Sommerflugplans eine Reduzierung der Langstreckenkapazität um sechs Großraumflugzeuge. Dabei verlassen vier Airbus A340-600 im Oktober die Flotte, gefolgt von zwei Boeing 747-400, die über den Winter stillgelegt werden sollen.
Im Winterflugplan 2026/27 werden zudem fünf Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge der Lufthansa-Kernmarke aus dem Betrieb genommen, um die geplante Konsolidierung der Flüge über sechs Lufthansa-Drehkreuze umzusetzen. Insgesamt zielt das Paket auf deutliche Einsparungen bei Treibstoffkosten ab: ineffiziente Flugzeuge werden vorzeitig ausgemustert, wodurch der nicht abgesicherte Teil des Treibstoffbedarfs um rund zehn Prozent sinkt.
Lufthansa-Finanzvorstand Till Streichert bezeichnete die Maßnahmen als unvermeidlich. Die Krise beschleunige ohnehin geplante Strukturreformen, insbesondere die Herausnahme der CityLine. Gleichzeitig betonte er das Bemühen, Beschäftigte innerhalb des Konzerns weiter zu beschäftigen. Bereits im Vorfeld erhielten Boden-, Cockpit- und Kabinenpersonal Angebote für Anschlussbeschäftigungen, etwa bei Lufthansa City Airlines oder Lufthansa Aviation GmbH.
Begleitend verschärft der Konzern seine Sparvorgaben bei Verwaltung, Personalbesetzung und Beratungsaufträgen. Diese flankieren das bestehende Ziel, bis 2030 rund 4.000 Verwaltungsstellen abzubauen. Gespräche über einen Interessenausgleich und Sozialplan mit der CityLine-Belegschaft wurden eingeleitet.










