Neue Dorint GmbH: Umsatz sinkt und Verlust steigt

Neue Dorint GmbH: Umsatz sinkt und Verlust steigt

"Die Lage ist angespannt, aber unter Kontrolle", sagte Elke Schade, Geschäftsführerin der Neuen Dorint GmbH, anlässlich der Jahrespressekonferenz der Hotelgruppe am Mittwoch (24. Juni) in Köln.

“Die Lage ist angespannt, aber unter Kontrolle”, sagte Elke Schade, Geschäftsführerin der Neuen Dorint GmbH, anlässlich der Jahrespressekonferenz der Hotelgruppe am Mittwoch (24. Juni) in Köln. Nach einem erfolgreichen Start 2007 und 2008 muss sich auch die Neue Dorint GmbH seit Beginn dieses Jahres verstärkt mit den Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise auseinandersetzen.

Noch im letzten Quartal 2008 konnte Dorint eine überdurchschnittliche Verbesserung der Hotelbelegung im Vergleich zu den Mitbewerbern erreichen. Der Umsatz der Dorint-Gruppe belief sich 2008 auf 303 Millionen Euro und lag damit rund 3,6 Millionen über dem des Jahres 2007. Dank des konsequenten Kostenmanagements in den Häusern wurde die Umsatzsteigerung nahezu vollständig in das IBFC (Income Before Fixed Charges) übernommen. Mit einer Quote von 28 Prozent, das sind zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr, schaffte das operative Ergebnis damit nahezu den Branchendurchschnitt und konnte seit Neugründung der Neue Dorint GmbH um 8,0 Millionen Euro gesteigert werden. Strikte Einsparmaßnahmen, konzeptionelle Änderungen sowie die Neupositionierung einiger Hotels führten zu diesem Erfolg. “Die Wiederbelebung der Marke Dorint hat funktioniert”, betonte Elke Schade. Es sei gelungen, auf der Kostenseite wie bei den Erlösen besser als die Branche abzuschneiden.

Deutsche Hotels laufen besser als die im Ausland

Die Belegung der Häuser betrug 2008 durchschnittlich 60,9 Prozent. Besonders im europäischen Vergleich zeigte sich der Zimmerertrag (Rev Par) der Dorint Gruppe mit einer leichten Erhöhung um knapp zwei Prozent (Umsatzsteigerung von einem Prozent zum Vorjahr) konstant gegenüber der bereits krisengeschüttelten Hotellerie in Europa. Fazit: Die Finanzkrise hinterließ 2008 bei der Neuen Dorint GmbH weniger Spuren als bei den meisten anderen Hotels in Deutschland und Europa.

2009 wurde diese positive Entwicklung allerdings gestoppt: “Die Belastung der Finanz- und Wirtschaftskrise hat seit Beginn des Jahres auch die deutschen Dorint Hotels & Resorts erreicht und deren überdurchschnittlicher Entwicklung ein Ende bereitet”, bedauert Elke Schade. Zwar zeigt sich entgegen des allgemeinen Trends in einigen deutschen Dorint Hotels & Resorts im ersten Quartal 2009 sogar ein leichtes Umsatzplus, doch insbesondere die internationalen Hotels in Amsterdam, Prag und auf Mallorca sind von der Krise deutlich stärker betroffen. Ursache für den Umsatzeinbruch ist in erster Linie das zurückhaltende Buchungsverhalten, das nicht nur Dorint, sondern die gesamte Branche trifft. So liegen die Nachfrageeinbrüche zum Beispiel auf der Baleareninsel bei rund 20 Prozent. Auch die “Goldene Stadt” Prag sowie Amsterdam verzeichnen Belegungsrückgänge vor allem bei den internationalen Gästen.

Das Dorint Hotel Amsterdam-Airport kann zwar trotz der hohen Zimmerzahl eine gute Belegung vorweisen, wird aber größtenteils von Mitarbeitern der Airlines gebucht, die allerdings einen eindeutig niedrigeren Zimmerpreis als internationale Geschäftsreisende zahlen. Ebenso ist das Tagungs- und Veranstaltungsgeschäft in den international ausgerichteten Hotels gegenüber einem sehr guten Veranstaltungsjahr 2008 stark rückläufig. Aufgrund der Sparmaßnahmen vieler Firmen sind die Einbußen in den Businesshotels größer als in den Resorthotels.

Mit Aktionsplan gegen Umsatzeinbrüche

Der bisherige Businessplan sah für das Jahr 2009 einen operativen Verlust von 7,5 Millionen Euro vor. Aufgrund der Entwicklung der ersten Monate zeigt sich, dass im Jahr 2009 allerdings mit deutlichen Umsatzeinbrüchen zu rechnen ist. Wie www.nfh-online.de berichtet soll sich der Umsatzrückgang für 2009 auf 10 Prozent belaufen. Doch Dorint hat bereits sehr frühzeitig auf die zu erwartenden Umsatzeinbrüche reagiert. Das sogenannte “Dorint Challenge”-Programm befasst sich unter anderem intensiv mit den Themen Sachkosten, Personal- und Pachtaufwand. Eine der frühzeitig eingeleiteten Maßnahmen sind Optimierungen und Synergien im Einkauf: Mit der Challenge wurden verschiedene Produkte zwecks zentralem Einkauf noch stärker gebündelt, ohne dabei bestimmte individuelle regionale Produkte zu vernachlässigen. Auch im Personalbereich sieht der Maßnahmenkatalog Verbesserungen vor: So sollen frei werdende Stellen nicht in jedem Fall wieder besetzt werden. In Einzelfällen ist auch Kurzarbeit ein Thema.

Eine der wichtigsten Maßnahmen im Dorint Challenge Paket sind temporäre Pachtreduktionen. Dabei sollen die Pachten in den nächsten zwei Jahren gesenkt werden. Als Größenordnung sind hier laut www.nfh-online.de 10 Millionen EUR pro Jahr geplant. Als Gegenleistung erhalten die Eigentümer Übernachtungsgutscheine.

Marketingaktivitäten werden verstärkt

Zudem will Dorint im Kampf gegen die Krise die Marketingaktivitäten weiter stärken. So hat die Hotelgesellschaft vor einigen Wochen sehr erfolgreich ein neues Kundenbindungsprogramm (“Dorint Card”) gestartet: Bereits jetzt gibt es knapp 9.000 Karteninhaber. Hinzu kommen täglich rund 50 Anträge für das Bonusprogramm per Post und aus den Hotels, die im Dorint Card-Service Center bearbeitet werden. Außerdem beteiligen sich die Dorint Hotels & Resorts als eine der ersten Hotelketten geschlossen an der Qualitätsoffensive “ServiceQualität Deutschland”. Seit wenigen Tagen hat Dorint zudem eine neue benutzerfreundlichere Buchungsmaschine im Internet aktiviert. Damit können die Gäste noch einfacher als bisher online ihren Urlaub in den Dorint Hotels & Resorts buchen. Außerdem ist es nun den Gästen möglich, Ihren Aufenthalt durch attraktive Zusatzbausteine zu einem besonderen Erlebnis zu machen.

Trotz turbulenter Zeiten ist Elke Schade vom zukünftigen Erfolg der Dorint Hotels & Resorts überzeugt: “Wir hatten auf konjunkturellen Rückenwind gehofft, das Gegenteil hat sich eingestellt. Mit dem Dorint-Challenge Programm können wir der Krise trotzen.”

Die Neue Dorint GmbH mit Sitz in Köln betreibt mit der Marke Dorint Hotels & Resorts europaweit 36 Häuser. Rund 3.300 Mitarbeiter in Deutschland, in den Niederlanden, in der Schweiz, in Österreich, Belgien, Tschechien und Spanien sorgen für perfekte Gastlichkeit. Dorint Hotels & Resorts gehört zu den führenden Hotelketten auf dem deutschen Markt.

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