Neu in Köln: Günnewig Hotel Stadtpalais

Das Schicksal des 1914 im Jugendstil entstandenen Kaiser-Wilhelm-Bads in Köln auf der rechten Rheinseite zwischen den Stadtteilen Deutz und Kalk schien schon besiegelte Sache zu sein.

Neu in Köln: Günnewig Hotel Stadtpalais

Das Schicksal des 1914 im Jugendstil entstandenen Kaiser-Wilhelm-Bads in Köln auf der rechten Rheinseite zwischen den Stadtteilen Deutz und Kalk schien schon besiegelte Sache zu sein. Fast zehn Jahre lang stand das historische Gebäude, in dem bereits die Militärbadeanstalt der Deutzer Kürassiere untergebracht war und später Box-Legende Peter Müller die Fäuste fliegen ließ, leer und drohte zu verfallen. Jetzt ist der Dornröschenschlaf beendet. Seit Monaten herrscht in dem Gebäude mit dem markanten Türmchen auf dem Dach bauliche Betriebsamkeit. Im Mai wird direkt gegenüber der Lanxess-Arena das Günnewig Hotel Stadtpalais im historisch-modernen Ambiente eröffnet. Dann stehen dort 117 Zimmer, davon jeweils zwei Suiten und Junior Suiten, für die Gäste zur Verfügung. In den Jahren 1913 und 1914 wurden die Pläne von Stadtbaumeister Hans Verbeek in die Tat umgesetzt. Zwischen Deutz und Kalk entstand so das Gebäudeensemble mit seinen für die Zeit typischen Architekturformen. Bis 1918 diente das Kaiser-Wilhelm-Bad als Militärbadeanstalt. Danach stand es den Bürgerinnen und Bürgern aus Kalk, Deutz und dem nahen Umland zur Verfügung. In den Bombennächten des 2. Weltkriegs wurde das Bad schwer beschädigt. Bereits zwei Jahre nach Kriegsende feierten die Kölner Wiedereröffnung. Allerdings ließen die Architekten den damaligen Zeitgeist einfließen und errichteten den Eingangsbereich im typischen Stil des
Nachkriegs-Deutschlands. Neben dem 1912 entstandenen Neptun-Bad in Köln-Ehrenfeld, das heute als Wellness-Oase bekannt und beliebt ist, gab es mit der später in Deutz-Kalker-Bad umgetauften Badeanstalt nur noch ein Schwimmbad aus Kaisers Zeiten. In den 1990er Jahren diente es noch als Ersatz für das abgebrannte Thermalbad im Rheinpark und bis zum Neubau der Claudius-Therme. Danach schien das Ende besiegelte Sache zu sein. Doch wie es die jüngste Geschichte zeigt, kam alles ganz anders.
Dazu der Architekt Ingo Pott:
„Wir haben die schlummernde Anlage vor ca. zwei Jahren entdeckt und sie musste einfach gerettet werden, haben es als Chance gesehen, ein altes Stück Köln wiederzubringen. Was an alter Substanz zu retten war, haben wir am Ort belassen, oder an anderer Stelle im Hotel verwendet. So bekommen wir das Moderne und das Gewachsene zusammen. Eine spannende Arbeit, bei der wir viele Überraschungen erlebten, nicht immer positiv. Eigentlich wollten wir schon weiter sein, aber die lange Frostperiode hat uns zurück geworfen.“
Auch bei Rainer Siewert, der neben dem Günnewig Kommerzhotel am Kölner Hauptbahnhof auch fürs Stadtpalais als Hoteldirektor verantwortlich zeichnet, ist die Vorfreude groß: „In unserem neuen Hotel treffen historische Bausubstanz und moderne Baukunst unmittelbar aufeinander. Es ist uns gelungen, die außergewöhnliche Architektur des Gebäudeensembles mit dem Komfort einer gehobenen Stadthotellerie zu verbinden. Der Kölner Hotelmarkt ist nicht einfach, wir erwarten im ersten Jahr eine Auslastung von ca. 45 %, dabei hilft uns eine Kooperation mit der Lanxess-Arena. Der Zimmerpreis wird sich im Durchschnitt um die 100€ bewegen, einschließlich Frühstück. Das werden wir mit ca. Mitarbeitern bewältigen, dabei führe ich vorläufig beide Hotels weiter. „Aufgrund unseres außergewöhnlichen Konzeptes und der unmittelbaren Nähe zur Arena konnten wir bereits viele Buchungen entgegen nehmen“, so Siewert weiter.
Und Hardy R. Voges, geschäftsführender Gesellschafter der Günnewig GmbH & Co. KG, die zwölf Hotels und Restaurants in Köln, Düsseldorf, Bonn, Mainz, Leipzig und Chemnitz betreibt, strebt eine Zielauslastung von 60 Prozent an. „Wir sind auf einem guten Weg, dieses Ziel schnell erreichen zu können. Dabei können sich unsere Gäste auch hier auf die individuelle und persönliche Note der Günnewig-Hotels verlassen. Der Verkauf der Zimmerkontingente läuft bereits seit einiger Zeit auf Hochtouren.“
Insgesamt wurden 16 Millionen Euro in den Umbau des ehemaligen Kalk-Deutzer-Bades investiert. Besonderes Highlight wird „Bio´s Bar“ sein. In den letzten zehn Jahren ist Alfred Biolek ständig zwischen seinen beiden Wohnorten Berlin und Köln gependelt. Damit ist jetzt Schluss. „Ich bin jetzt in einem Alter, da macht das Pendeln keinen Spaß mehr“, sagt der 75-Jährige. „Und eine doppelte Haushaltsführung ist auf Dauer auch zu teuer.“ Jetzt hat sich der wohl bekannteste deutsche TV-Talkmaster für die Hauptstadt entschieden. „In Köln ist die Welt zu mir gekommen. Dort sind auch alle meine Sendungen entstanden. In Berlin ist das alles ganz anders. Berlin ist nun mal eine richtige Großstadt, die ebenso spannend wie faszinierend
ist. Ich liebe das pulsierende Großstadtleben. New York und London waren für mich Metropolen, in denen ich gerne eine Zeit lang gewohnt habe. Doch ganz dort zu leben, kam für mich nie in Frage. Jetzt liegt mein New York am Prenzlauer Berg in Berlin.“ Da man aber bekanntlich nicht so ganz geht, wird Alfred Biolek mit dem Günnewig Hotel Stadtpalais ein neues Zuhause auf Zeit in der Domstadt bekommen. „Ich werde in Zukunft natürlich regelmäßig nach Köln kommen. Und da brauche ich eine individuelle Anlaufstelle“, meint Alfred Biolek, der sich bewusst für das neue Vier-Sterne-Hotel wird, entschieden hat. „Mir gefällt das Ambiente dieses Hotels sehr gut. Schließlich atmet man hier in den Gemäuern des alten Kaiser-Wilhelm-Bades noch gelebte Geschichte. 1 bis 2 Zimmer werde ich als eine Art kleine Wohnung im Hotel haben, ich darf mich dann hier zu Hause fühlen. Wichtig für mich ist es, das ich an dem gastronomischen Konzept mit gestalten darf“, so der Kosmopolit und Weltenbummler.
Das Ambiente von „Bio‘s Bar“ wird auf den berühmten Namenspatron abgestimmt. Überall an den Wänden wird es Bilder und Kunstwerke geben, die Alfred Biolek sehr ans Herz gewachsen sind. So zum Beispiel sein berühmtes Porträtfoto, das Annie Leibowitz von ihm machte. Oder die berühmte Serviette, auf der er von Sir Peter Ustinov karikiert wurde. Außerdem wird ein handschriftlicher Brief von Monthy Python die Bar schmücken. Natürlich wird auch die kochende Seite von Alfred Biolek berücksichtigt, denn im gastronomischen Angebot findet der Gast nicht nur von ihm extra ausgesuchte -und auch bezahlbare- Weine, sondern auch kleine Speisen aus den zahlreichen Büchern des TV-Kochs.
In diesem Frühjahr wird Alfred Biolek sein neues Buch vorstellen, das den beziehungsreichen Titel „Heimat Europa – reisen, begegnen, erinnern“ trägt. Ganz bewusst hat Alfred Biolek diesmal ein Tagebuch geschrieben. „Es ist kein Kochbuch, sondern ein Reisebuch. Ich begebe mich dabei auf eine kulturelle Entdeckungsreise durch Europa.“ Bevor der Autor mit dem neuen Buch auf Lesereise durch Deutschland geht, wird er es im Mai im Günnewig Hotel Stadtpalais vorstellen. „Außerdem wird es an jedem 1. Samstag im Monat eine Art Talk-Runde hier geben, die Premiere werde ich bestreiten“, so Alfred Biolek.
Auch wenn es überhaupt noch nicht so aussieht, Anfang Mai sollen mit dem soft opening die ersten Gäste kommen und die feierliche Eröffnung am 01.06. tatsächlich stattfinden.

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