Historischer Höchststand beim Inlandstourismus 2007 – Erstmals über 307 Millionen Übernachtungen

Der Inlandstourismus in Deutschland erlebte 2007 einen erneuten Höhenflug: Erstmals verzeichnete das Statistische Bundesamt über 307 Millionen Inlandsübernachtungen in Beherbergungsbetrieben mit mehr als neun Betten und auf Campingplätzen (plus drei Prozent), so die vorläufigen Zahlen für Januar bis Dezember.

Der Inlandstourismus in Deutschland erlebte 2007 einen erneuten Höhenflug: Erstmals verzeichnete das Statistische Bundesamt über 307 Millionen Inlandsübernachtungen in Beherbergungsbetrieben mit mehr als neun Betten und auf Campingplätzen (plus drei Prozent), so die vorläufigen Zahlen für Januar bis Dezember.
Das ist der höchste Stand, der jemals in der Bundesrepublik Deutschland registriert wurde. Die Ergebnisse liegen deutlich über dem bis dato historischen Rekord von 306,7 Millionen Inlandsübernachtungen im Jahr 2001. Trotz des wettermäßig durchwachsenen Sommers wurden insbesondere in den Sommermonaten mehr Inlandsübernachtungen generiert. Großstädte und Metropolen wachsen deutlich schneller als kleine Städte, die Fläche muss insgesamt Einbußen verkraften.

„Die Botschaft der WM ‚Zu Gast bei Freunden‘ ist bei den Deutschen
angekommen – und hat sich nachhaltig festgesetzt“, so Ernst Hinsken, Beauftragter der Bundesregierung für Tourismus. Laut Deutschem Reisemonitor kann der Inlandstourismus überproportional von der Reiselust der Deutschen profitieren. Während in den ersten drei Quartalen die Urlaubsreisen innerhalb Deutschlands um drei Prozent zulegten, sank die Nachfrage nach Urlaub im Ausland um zwei Prozent.
Damit ist die Inlandsnachfrage seit 2002 wieder deutlich im Aufwind.
Hinsken: „Grundlage für die steigenden Geschäftsreise- und
Urlaubsreisezahlen sind die positiven ökonomischen Rahmenbedingungen.“

Wichtig sind für die Reiseindustrie hierbei die IPK-Ergebnisse, wonach mehr als 50 Prozent der Urlaube direkt beim Hotel oder via Internet gebucht wurden. „Individualität“ und „Flexibilität“ sind die Schlüsselwörter für Veranstalter und Reisebüros: Auch im Inland sind Bausteinangebote ein Wachstumsmarkt. Zusätzlich ersetzen neue Produkte mit geschlossener Leistungskette wie Kreuzfahrten mehr und mehr klassische Reiseformen im Hochpreissegment. Große Marktanteile bei Inlandsreisen werden zunehmend kurzfristig und spontan gebucht – 23 Prozent legen sich laut Qualitätsmonitor sogar erst zwei Wochen vorher endgültig mit einer Buchung fest. Der Qualitätsmonitor ist ein Projekt der Europäischen Reiseversicherung und der DZT, bislang wurden 7.435 Sommerurlauber befragt.

Mit dem vorläufigen Dezember-Ergebnis von plus drei Prozent (17,8
Millionen) bei den Inlandsübernachtungen können sich die touristischen Leistungsträger Deutschlands auch über einen guten Jahresabschluss freuen. Sensationell war die Steigerung von 7,2 Prozent (19,2 Millionen) bei den Übernachtungen im November 2007.

Damit wird nachdrücklich bestätigt: Deutschland ist ein Ganzjahresziel.
„Wandern, Wellness, Kultur – die deutschen Bundesländer bieten ihren Gästen ganzjährig ein facettenreiches Angebot, das – wie die Zahlen belegen – hervorragend angenommen wird“, so Petra Hedorfer,
Vorsitzende des Vorstandes der Deutschen Zentrale für Tourismus.

Spitzenreiter im November ist Niedersachsen mit einem Plus von 13,8
Prozent. Unter anderem lockte das „Internationale Filmfest“, das
traditionsreichste Festival Niedersachsens, zahlreiche Filmfreunde vom 6. bis zum 11. November 2007 nach Braunschweig. Ein weiterer Anreiz dürfte das seit November aufgelegte Programm „Winterland –
Kurztrips“ sein: Über 30 Hotels bieten bei der Aktion günstige Preise in der kalten Jahreszeit. Mit den November-Zahlen bestätigt
Niedersachsen die sich über das Jahr hinweg abzeichnende Entwicklung, dass die nördlichen Bundesländer mit großen Schritten aufholen.

Dicht hinter Niedersachsen bewegen sich im November
Mecklenburg-Vorpommern (plus 12,2 Prozent), Thüringen (plus 11,4
Prozent) und Brandenburg (plus 11,3 Prozent). Mecklenburg-Vorpommern stellt damit unter Beweis, dass es nicht nur im Sommer die „Badewanne der Deutschen“ ist, sondern auch mit seinen Wellness- und Kulturangeboten viele Gäste aus dem Inland anzieht. Betrachtet man die ersten elf Monate 2007 insgesamt, so registrierte Mecklenburg-Vorpommern laut Statistischem Bundesamt mit einem Plus von 6,1 Prozent die höchsten Zuwächse aller Flächenländer – allein Rügen und Hiddensee hatten neun Prozent mehr Übernachtungen inländischer Gäste.

Thüringen steuert 2007 kontinuierlich auf ein Rekordjahr zu – mit den zweithöchsten Zuwächsen der Flächenländer in der Zeit von Januar bis November (plus 5,3 Prozent). Ebenso wie Brandenburg kann es seinen Gästen eine Vielfalt an ganzjährig attraktiven Freizeitmöglichkeiten bieten – von der kulinarischen Schlemmertour bis hin zum Wellness-Trip.

Bayern ist mit 3,7 Millionen Inlandsübernachtungen im November 2007
trotz der starken Konkurrenz aus dem Norden nach wie vor das beliebteste Reiseziel der Deutschen. Der Freistaat wächst auf hohem Niveau weiter und legt um 7,5 Prozent zu. Überdurchschnittliche Zuwachsraten verzeichnete das Statistische Bundesamt darüber hinaus für Schleswig-Holstein (8,4 Prozent) und Bremen (7,4 Prozent).

Baden-Württemberg, nach den absoluten Übernachtungszahlen von Januar bis November 2007 gemessen auf Platz zwei der Beliebtheitsskala der Deutschen, verbuchte 6,5 Prozent mehr November-Übernachtungen aus dem Inland. Ein Besuchermagnet ist hier die seit Ende Oktober 2007 laufende Ausstellung „Goya – Manet – Picasso“ – ein außergewöhnliches Kooperationsprojekt anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Kunsthalle Mannheim.

„Die Regionen haben die Bedeutung von Kurzreisen erkannt und nutzen
dieses touristische Potenzial konsequent. Mit innovativen Arrangements und der Ausweitung ihrer Angebotspalette gelingt es ihnen, sich das ganze Jahr über – nicht nur zu klassischen Ferienzeiten – als Reisedestination zu platzieren“, so Hedorfer. „Besonders erfreulich sind die vom BAT erhobenen Statistiken, dass 2008 fast jeder vierte Bundesbürger mit festen Reiseabsichten Urlaub im eigenen Land machen will – 23,4 Prozent. Insgesamt gehen wir davon aus, bei einem positiven Gesamtumfeld die Übernachtungszahlen aus dem In- und Ausland 2008 um zwei Prozent steigern zu können“, sagt Hedorfer weiter.
Untermauert wird die positive Prognose von Erhebungen im Rahmen des
Qualitätsmonitors, wonach dem Reiseland Deutschland durchweg sehr gute bis gute Noten ausgesprochen werden (Gesamtzufriedenheit bei den Inländern: Note 1.8). Zu den abgefragten Kategorien zählten unter anderem die Vielfalt und Qualität des Angebots, die Gastronomie, die Unterkunft sowie das Preis-Leistungsverhältnis. „Wichtig ist, dass wir mit zusätzlichen Marketingimpulsen aus allgemeinen Reisewünschen konkrete Buchungen für den Deutschland-Tourismus erzielen und auch weiterhin durch ein abgestimmtes, überregionales Inlandsmarketing zusätzliche Reiseanlässe für die zweite, dritte und vierte Reise im
Inland schaffen“, so Hedorfer.

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