Weihnachten rückt näher, während Babys in Gaza erfrieren

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Eine Weihnachtsbotschaft der globalen Reise- und Tourismusbranche: Frieden ist keine Illusion – sondern eine Entscheidung für das Leben

Weihnachten steht unmittelbar bevor, und dennoch könnte ein Völkermord weiterhin im Gange sein. Nach der Völkermordkonvention besteht in einem solchen Fall für die internationale Gemeinschaft eine moralische und rechtliche Pflicht zu handeln. Während sich große Teile der Welt auf das Fest des Friedens vorbereiten, warnen Hilfsorganisationen, dass Babys in Gaza nicht durch Bomben, sondern durch Kälte sterben – ein Leid, das vermeidbar wäre.

Ärzte ohne Grenzen (Médecins Sans Frontières, MSF) teilte mit, dass Neugeborene und Kleinkinder an Unterkühlung sterben, während Winterstürme über überfüllte Flüchtlingslager hinwegfegen, in denen es an geeigneten Unterkünften, Heizmaterial, warmer Kleidung und medizinischer Versorgung fehlt.

MSF bestätigte den Tod eines 29 Tage alten Frühgeborenen in Khan Younis. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza sind mindestens 13 Menschen, darunter mehrere Neugeborene, in den letzten Tagen an extremer Kälte gestorben.

Unterkühlung ist für Babys extrem gefährlich“, sagte Dr. Ahmed al-Farra, Leiter der Kinder- und Neugeborenenabteilung im Nasser-Krankenhaus. „Wenn keine Heizmöglichkeiten und keine geeigneten Unterkünfte bereitgestellt werden, werden weitere Kinder sterben.

Missstände bei Einhaltung von Menschenrechten im Tourismus

Leben in Zelten, Sterben im Stillen

Hunderttausende Vertriebene leben in provisorischen, oft überfluteten Zelten, die Hilfsorganisationen als „dünn wie Papier“ beschreiben. Der Zugang zu Transport, medizinischer Hilfe und Treibstoff ist stark eingeschränkt.

Eine Mutter, Eman Abu al-Khair, berichtete, sie habe während eines Sturms ihr zwei Wochen altes Baby leblos vorgefunden. Wegen Überschwemmungen und fehlender Transportmöglichkeiten erreichte die Familie das Krankenhaus erst am Morgen. Das Kind starb zwei Tage später.

Mein Baby war nicht krank“, sagte sie. „Sein kleiner Körper hielt der Kälte einfach nicht stand.

MSF betont, dass diese Todesfälle keine Naturkatastrophe, sondern das Ergebnis von eingeschränktem humanitärem Zugang und blockierten Hilfsgütern wie Winterunterkünften, Treibstoff und medizinischer Ausrüstung seien.

Klare Verurteilung von Gewalt

Die globale Reise- und Tourismusbranche verurteilt Hamas unmissverständlich für die Angriffe vom 7. Oktober, die Tötung und Entführung von Zivilisten sowie für Handlungen, die unermessliches Leid über Israelis und Palästinenser gebracht haben. Angriffe auf Zivilisten und Geiselnahmen sind Kriegsverbrechen nach internationalem Recht und in keiner Form zu rechtfertigen.

Eine Weihnachtsbotschaft aus dem Heiligen Land – Vatican News

In einer Weihnachtsbotschaft von Vatican News schrieb Pater Ibrahim Faltas, Franziskanermönch der Kustodie des Heiligen Landes, über einen Teufelskreis, in dem Gewalt Tod und Zerstörung erzeugt und Rache Hass und Leid gebiert.

Die Berichte und Bilder aus Gaza und anderen Kriegsgebieten zeigten das körperliche und moralische Leiden unzähliger Unschuldiger, schrieb er. Die Schwelle des Erträglichen sei längst überschritten – nicht nur durch Bomben, sondern durch Mangel an Nahrung, Medizin, medizinischer Versorgung und Wärme.

Besonders eindringlich warnte Faltas vor wachsender Gleichgültigkeit:

Angst hindert Menschen daran, jene zu benennen, die handeln könnten, es aber nicht tun. Schweigen macht uns zu Mitverantwortlichen.

Er sprach von sichtbaren und unsichtbaren Mauern, die humanitäre Helfer, Journalisten und Beobachter fernhalten – und von einer Barriere zur Wahrheit, ohne die es keine Gerechtigkeit geben könne.

„Nicht in unserem Namen“ – Zivilgesellschaft erhebt die Stimme

In Israel wie in Palästina widersprechen zivilgesellschaftliche Organisationen der Normalisierung zivilen Leids.

Die israelische Menschenrechtsorganisation B’Tselem warnt, dass die Verweigerung von Nahrung, Unterkunft und medizinischer Versorgung für Zivilisten kollektive Bestrafung darstelle, nicht Sicherheit.

Physicians for Human Rights–Israel (PHRI) erklärte:

Kein militärisches Ziel rechtfertigt es, Babys erfrieren, verhungern oder unbehandelt sterben zu lassen.

Die jüdisch-arabische Bewegung Standing Together (Omdim Beyachad) betont, dass dieses Leid „nicht in unserem Namen“ geschehe.

Auf palästinensischer Seite erklärten Al Mezan Center for Human Rights, Al-Haq und das Palestinian Center for Human Rights (PCHR), die Zivilbevölkerung Gazas sei politischen Entscheidungen ausgeliefert, die sie nicht kontrollieren könne.

Wenn Kinder an Kälte sterben, ist das kein Wetter – es sind auferlegte Lebensbedingungen“, so Al Mezan.

Tourismus & Reisen: Warum Frieden für alle zählt

Für die globale Reise- und Tourismusbranche ist das Heilige Land kein Symbol, sondern ein realer Lebensraum. Tourismus ist für Israel wirtschaftlich essenziell, doch viele internationale Reisende meiden das Land. Gleichzeitig reisen viele Israelis ins Ausland, sind dort jedoch nicht immer willkommen oder stoßen auf geschlossene Grenzen und gesellschaftliche Ablehnung.

Gleichzeitig sind palästinensische Reiseziele wie Bethlehem, der Geburtsort Jesu und eines der wichtigsten Pilgerziele der Welt, weitgehend vom normalen Tourismus abgeschnitten. Ganze Familien und Betriebe haben ihre Lebensgrundlage verloren.

Branchenexperten betonen: Goodwill der Menschen zählt. Humanitäre Grenzöffnungen, Bewegungsfreiheit und der Schutz von Zivilisten würden es ermöglichen, dass Bethlehem, Ostjerusalem und Jericho wieder zu dem werden können, was sie waren – Orte der Begegnung.

Tourismus ist ein Vertrauensindikator: Er kehrt nur zurück, wenn Würde, Sicherheit und Hoffnung zurückkehren.

Rechtlicher Kontext: Was „Völkermord“ bedeutet

Nach der UN-Völkermordkonvention von 1948 liegt Völkermord vor, wenn verbotene Handlungen – darunter das vorsätzliche Auferlegen von Lebensbedingungen, die auf die physische Zerstörung einer Gruppe abzielen – mit spezifischer Zerstörungsabsicht begangen werden. Internationale Gerichte wenden hohe Beweismaßstäbe an; UN-Experten und Menschenrechtsorganisationen bewerten Muster und langfristige Politik.

Blick über Gaza hinaus: Sudan

Während sich die Welt in der Weihnachtszeit auf Gaza konzentriert, warnen Hilfsorganisationen, dass der Krieg im Sudan weitgehend unbeachtet eine der schlimmsten humanitären Katastrophen unserer Zeit hervorbringt. Über acht Millionen Menschen sind vertrieben, Hunger und der Zusammenbruch von Gesundheits- und Verkehrssystemen fordern zahllose zivile Opfer. Sudan wie Gaza zeigen: Gleichgültigkeit verschärft Leid – und Schutz von Zivilisten darf nicht selektiv sein.

Eine Weihnachtsbotschaft der Reise- und Tourismusbranche

Diese Weihnachten erhebt die globale Reise- und Tourismusbranche ihre Stimme – nicht als politischer Akteur, sondern als menschlicher.

Wir sind eine Branche der Begegnung, Gastfreundschaft und offenen Grenzen.
Wir wissen: Frieden ist keine Theorie, sondern Voraussetzung für Leben.

Zivilisten schützen.
Humanitären Zugang öffnen.
Schweigen überwinden.
Frieden als Entscheidung für das Leben wählen.

Mit Beiträgen von Vatican News und Pater Ibrahim Faltas, Franziskanermönch der Kustodie des Heiligen Landes.