BAW unglücklich mit A380 in Hamburg

BAW unglücklich mit A380 in Hamburg

Seit einem Monat verkehrt ein A380 jeden Tag zwischen Dubai und Hamburg. Der innerstädtische Hamburger Verkehrsflughafen „Helmut Schmidt“ hatte alle Anstrengungen unternommen, um das größte Flugzeug aus dem Airbus-Portfolio an den Regionalflughafen an der Elbe zu holen. Millioneninvestitionen wurden getätigt, um die technischen Voraussetzungen zur Abfertigung eines Flugzeugs dieser Größenklasse herzustellen.

Doch das Dickschiff der Lüfte sorgt für großen Ärger. Und dieser Ärger ist eine bekannte Problemlage auf dem Flugfeld in Hamburg-Fuhlsbüttel: Pünktlichkeit. Planmäßig soll der Abflug in Hamburg um 21 Uhr stattfinden. Doch an keinem Tag seit der Aufnahme des Flugbetriebs in Hamburg vor einem Monat konnte der A380 diese Vorgabe einhalten. Mit einer Verspätungsquote von 100 Prozent und mehr als 15 aufsummierten Verspätungsstunden, teils bis weit in die Nachtstunden, beweist der Hamburger Flughafenbetreiber erneut seinen hochgradigen Mangel an Zuverlässigkeit. Hinzu kommt ein katastrophaler Zustand der Rollbahnen mit erheblicher Auswirkung auf die Sicherheitslage. Die auffällig häufige Nutzung der Startbahn über Langenhorn und Lemsahl hat nach Auskunft der Fluglärmschutzbeauftragten in der Hamburger Umweltbehörde einen kritischen Grund. Auf Anfrage wird mitgeteilt, dass die Startbahn in Richtung Niendorf für den A380 gesperrt worden ist. Dieses sei erforderlich, da es erhebliche Erosionen und herausgerissene Steine auf dieser Piste gebe. Die damit verbundene kritische Sicherheitslage führt zu einer vermehrten Nutzung der Bahnen über Langenhorn und Norderstedt. Für die Bevölkerung in diesen Bereichen sind die Belastungen schier unerträglich. Aufgrund der sehr niedrigen Starthöhe verursacht der A380 Lärmereignisse bis zu 100 dB(A) beim Start.

„Wir hatten bereits bei der Ankündigung des A380 für den Flugbetrieb in Hamburg auf die kritische Gesamtsituation am Hamburger Flughafen und dessen mangelhafte Eignung für einen regelmäßigen Betrieb dieses Megafliegers hingewiesen. Dieses bestätigt sich nun und es zeigt sich, dass der innerstädtische Verkehrsflughafen in Hamburg-Fuhlsbüttel nur allzu gerne Sicherheit, Schutz und Ordnung dem mutmaßlichen Prestige eines A380 zu Lasten der Bevölkerung unterordnet“, stellt Martin Mosel, Sprecher der Bürgerinitiativen für Fluglärmschutz in Hamburg und Schleswig-Holstein (BAW) besorgt fest. „Wenn Hamburg nicht in der Lage ist einen uneingeschränkt sicheren und störungsfreien Betrieb eines Flugzeugs der Größenklasse Code F zu gewährleisten, dann muss der Flugbetrieb mit diesem Großgerät unverzüglich eingestellt werden“, fordert Mosel.
Quelle: Bürgerinitiative für Fluglärmschutz in Hamburg und Schleswig-Holstein (BAW)

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