American Express: Mehr als jedes zweite Unternehmen in Europa spart bei Geschäftsreisen

Die weltweite Wirtschaftskrise hatte vielfältige Auswirkungen auf das Geschäftsreiseverhalten deutscher Unternehmen. Im europäischen Schnitt sanken die Reisebudgets um 18 Prozent.

Die weltweite Wirtschaftskrise hatte vielfältige Auswirkungen auf das Geschäftsreiseverhalten deutscher Unternehmen. Im europäischen Schnitt sanken die Reisebudgets um 18 Prozent. 66 Prozent der Unternehmen berichten von niedrigeren Reisebudgets. Lediglich rund eines von zehn Unternehmen gibt an, dass das Budget für Geschäftsreisen erhöht wurde. Dies ergab das American Express European Business Travel Barometer, für das Reiseverantwort­liche von 336 Unternehmen in Europa befragt wurden.

Das Barometer zeigt eine Verschiebung bei den Gründen für Geschäftsreisen auf: Während der letzten zwölf Monate haben Unternehmen ihre Travel & Entertainment-Budgets (T&E) vor allem genutzt, um bereits bestehende Kundenbeziehungen zu pflegen. 57 Prozent des Reisebudgets europäischer Unternehmen wurden für das Halten bestehender Kunden, für die Akquise neuer Kunden und die Erschließung neuer Märkte verwendet. 29 Prozent des Budgets wurden für interne Meetings und acht Prozent für Treffen mit Lieferanten ausgegeben.

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„Angesichts der tiefgreifenden wirtschaftlichen Krise beobachten wir bei Unternehmen ein verändertes Reiseverhalten: Sie verschärfen ihre Reiserichtlinien, kontrollieren den Einkauf strenger und nutzen Geschäftsreisen vor allem, um die Beziehung zu bestehenden Kunden zu festigen. Gleichzeitig ist die Akquise von Neugeschäft ein wichtiges Ziel. Travel Management Anbieter helfen Unternehmen dabei, Einsparungen zu maximieren, ohne dabei auf die Vorteile eines guten T&E-Programms verzichten zu müssen“, sagt Kaveh Atrak, General Manager Central and Northern Europe bei American Express.

Unternehmen setzen auf „Best buy“-Strategien

Unternehmen haben verschiedene Maßnahmen ergriffen, um ihre Reiseausgaben zu reduzieren. Insbesondere „Best buy“-Strategien erzielen einen sofortigen Effekt. Dazu zählen Einschränkungen bei den erlaubten Beförderungsklassen sowie die häufig mit Vergünstigungen verknüpfte Frühbuchung. Weitere Einsparungen werden durch die verstärkte Zusammenarbeit mit Travel Management Dienstleistern, die Neuverhandlung von Lieferantenverträgen, die Nutzung von Alternativen wie Videokonferenzen sowie die Verschärfung der Reiserichtlinien erreicht.

Kleine Unternehmen mit Reisebudgets unter fünf Millionen Euro setzen insbesondere auf „Best buy“-Strategien, die Zusammenarbeit mit einem Travel Management Anbieter und die Kontrolle von Seminar- und Konferenzausgaben. Unternehmen mit mehr als 20 Millionen Euro T&E-Budget optimieren Strukturen, indem sie neue Verträge mit Lieferanten aushandeln, verstärkt mit einem Travel Management Anbieter im Bereich „Best buy“ zusammenarbeiten sowie die erlaubten Beförderungsklassen einschränken.

Europäische Unternehmen verschärfen Reiserichtlinien

Verträge mit Lieferanten werden zunehmend weltweit ausgehandelt. Insbesondere im Bereich Luftfahrt erachten 81 Prozent der europäischen Unternehmen international geltende Vereinbarungen als sinnvoll. Knapp neun von zehn Unternehmen geben an, heute nur noch ein einziges Regelwerk für Geschäftsreisen zu haben. Dabei werden zunehmend auch Regeln für Bereiche festgelegt, die bislang selten berücksichtigt wurden, beispielsweise Richtlinien für Incentives oder Messen. Nur 18 Prozent der befragten Unternehmen haben Richtlinien zum Thema Umweltschutz. Das Internet gewinnt im Zusammenhang mit der Buchung von Geschäftsreisen immer mehr an Bedeutung: Sechs von zehn der Unternehmen geben an, Online-Buchungsplattformen zu nutzen.

Diverse Quellen zur Auswertung

Die befragten Unternehmen setzen zunehmend auf die Auswertung ihrer Geschäftsreise­daten. 61 Prozent der Unternehmen geben an, alle T&E-Ausgaben auszuwerten; 2008 waren dies nur 37 Prozent. Unternehmen greifen hierzu immer häufiger auf verschiedene Quellen zurück, um ein möglichst genaues Reporting sicherzustellen. Die Rolle des Travel Management Dienstleisters als zentrale Sammelstelle für alle Daten wird von 77 Prozent der Unternehmen als wichtig eingestuft, gefolgt von Firmenkreditkartenanbietern (41 Prozent), dem internen Finanzsystem (41 Prozent) und Reiseanbietern aus den Bereichen Transfer und Hotellerie (12 Prozent).

Nur 24 Prozent der europäischen Unternehmen haben ein Bewertungssystem eingeführt, um die Effektivität der ergriffenen Sparmaßnahmen messen zu können. Dies verdeutlicht einen Widerspruch: Während die Erwartungen an Travel Management Dienstleister zunehmend steigen, deutliche Kosteneinsparungen zu liefern, messen die Unternehmen diese nicht immer.

Ausblick für 2010

Europäische Unternehmen bleiben vor dem Hintergrund der letzten Auswirkungen der Krise noch immer vorsichtig. Im Schnitt erwarten nur 20 Prozent für 2010 höhere Reisebudgets, 61 Prozent rechnen mit keinen großen Veränderungen und 19 Prozent sagen Kürzungen voraus.

Die Prognosen für 2010 variieren je nachdem, aus welchen Ländern die Unternehmen stammen: Zu den Ländern, in denen viele Unternehmen eine überdurchschnittliche Erhöhung der Reisebudgets erwarten, gehören Deutschland (33 Prozent der Unternehmen), die Niederlande (28 Prozent) und Großbritannien (23 Prozent). Unternehmen in Belgien
(22 Prozent) und Spanien (24 Prozent) sind diesbezüglich pessimistischer und erwarten eine überdurchschnittlich hohe Senkung der Reisebudgets.

„Zweifellos zwingt die Wirtschaftskrise Unternehmen dazu, ihre Reiseausgaben zu überdenken – dies wird sie auch 2010 beschäftigen. Travel Management Anbieter gewinnen vor diesem Hintergrund zunehmend an Bedeutung, da sie Unternehmen bei der Neudefinition ihrer Geschäftsreise-Programme professionell beraten können“, so Kaveh Atrak.

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